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Virtuelle Hochschule

Die virtuelle Hochschule wird von vielen Bildungsreformern als die Hochschule der Zukunft betrachtet. Dies geschieht im Glauben, dass der Einsatz der neuen Medien Studenten erlaubt, schneller, effizienter und besser zu studieren als in der herkömmlichen Universität. Zum einen kann unabhängiger und flexibler studiert werden, zum anderen sind Dozenten per E-Mail oder in Chaträumen häufig besser zu erreichen, als in konventionellen Lehrveranstaltungen. Da sich der Student im Modell „virtuelle Hochschule“ individuell mit Fragen an seine Professor wenden kann, wird sichergestellt, dass jedem Studenten von Seiten des Lehrenden die gleiche Aufmerksamkeit zuteil wird.

Die virtuelle Hochschule ist vielfältig bereits Realität. Zahlreiche Universitäten bieten einen Teil der Lehrveranstaltungen als Online-Module an. Darüber hinaus gibt es bereits ganze Online-Studiengänge. In Deutschland arbeitet beispielsweise die Studiengemeinschaft Darmstadt mit Online-Kursen als Teil ihrer Fernlehrgänge. An der Fachhochschule Salzburg gehört der Online-Anteil zum Universitätsalltag. Die Cardean University (Ellis College) bietet einen kompletten online MBA-Studiengang.

An die virtuelle Hochschule gestellte Anforderungen:

Studienberatung
Von Seiten der Studierenden besteht Bedarf an einer soliden Studienberatung bereits vor Aufnahme des eigentlichen Studiums, um in Erfahrung zu bringen, welchen konkreten Erwartungen die zukünftigen Studenten gerecht werden müssen. Die virtuelle Hochschule muss also über ein Beratungszentrum verfügen, um diese Beraterfunktion zu erfüllen. Nur so sind eine optimale Studienorganisation und die Ausnutzung aller Potentiale möglich.

Ebenso wichtig ist jedoch eine für den Studierenden optionale kontinuierliche Beratung, um ihm das Gefühl zu geben, dass er trotz der fehlenden Präsenzphasen im Modell „virtuelle Hochschule“ nicht auf sich allein gestellt ist.

Eine optimale Studienberatung ist somit das A und O eines zügigen und doch effizienten Studiums. Zu einer guten Vorbereitung auf die spätere Berufstätigkeit gehört zudem (neben der Vermittlung von Grundlagenwissen und einer Ausbildung zum wissenschaftlichen Arbeiten) die Ausrichtung des Studiums auf ein konkretes Studien- bzw. Berufsziel.

Definition von Lernzielen
Ein weiterer Faktor, der Studenten im Modell „virtuelle Hochschule“ am Herzen liegt, ist die deutliche Formulierung von Erwartungen und Lernzielen der einzelnen Veranstaltungen. Nur so ist es möglich, dass die Studierenden die Relevanz des Kurses im Hinblick auf ihr späteres Berufsziel begreifen. Die virtuelle Hochschule, so denken viele Studenten, soll den Inhalt der Lehrveranstaltungen didaktisch so aufbereiten und präsentieren, dass sie sich die Ergebnisse deutlich vor Augen führen können. Dies erfordert didaktisch-methodisches und pädagogisches Fachwissen, welches zu einer kontinuierlichen Ergebnissicherung in grossem Masse beiträgt. Die Ergebnissicherung ist gleichsam wichtig auf Sitzungsebene, Semesterebene und semesterübergreifender Ebene.

Inhalte
Für Studierende, ob an einer konventionellen Universität oder im Modell „virtuelle Hochschule“, ist es oftmals nicht ersichtlich, wie die in Veranstaltungen vermittelten Kenntnisse mit dem späteren Berufsleben in Einklang gebracht werden können. Mit anderen Worten: viele Lerninhalte erscheinen „unnütz“, da verpasst wurde, den Studierenden den praktischen Berufsbezug deutlich vor Augen zu führen. Des weiteren wird oft kritisiert, dass ein Studienfach nicht bereit ist über seinen eigenen Horizont hinauszublicken. Die meisten Studenten verfolgen neben ihren konkreten Berufszielen ganz individuelle Interessen, die sich in der Wahl der Nebenfächer ausdrücken. Da die heutige globale Welt vermehrt interdisziplinäre Kenntnisse erfordert, wäre es angebracht, diesen Aspekt bereits im Modell „virtuelle Hochschule“, sowie in der herkömmlichen universitären Lehre zu berücksichtigen.

Fazit
Um für die zukünftigen Studentengenerationen eine wertvolle Alternative zur konventionellen universitären Lehre darzustellen, muss die virtuelle Hochschule es sich also zum Ziel setzen, diese von den Studenten an sie gerichteten Anforderungen und Erwartungen möglichst genau zu erfüllen. Zu diesem Ziel beitragen kann ein Dialog zwischen virtueller Hochschule und Studierenden, um in Zukunft die o. g. Probleme auszuschliessen.

 

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