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Lernplattformen

Bei Lernplattformen handelt es sich um Softwarepakete für die Organisation und Betreuung von Web Based Learning – Kursen. Nach der Installation der Software auf einem Server können die Lernplattformen über Internet oder Intranet mithilfe einer lokalen Client-Software im virtuellen Raum betreten werden. Lernplattformen haben also nichts mit dem konkreten Lerninhalt von Web Based Learning zu tun, sondern sind lediglich die technische Grundlage für seine Vermittlung. Mit anderen Worten: Lernplattformen repräsentieren die pädagogisch-administrative Seite des virtuellen Lernens, während der inhaltliche Aspekt in den Händen von Experten des Faches liegen. Im englischen Sprachgebrauch spricht man im Hinblick auf Lernplattformen häufig von Virtual Learning Environment, Integrated Distributed Learning Environment oder Learning Management Systems.

Lernplattformen übernehmen fünf separate Funktionen:

  • Inhalte werden auf den Lernplattformen in Form von Texten, Bildern, Filmen usw. präsentiert à diese Aufgabe kommt im normalen Unterricht von Lehrern und Trainern, über Vorträge und Powerpointfolien
  • Die Kommunikation auf den Lernplattformen findet synchron (z.B. per Chat) oder asynchron (z.B. per E-Mail) statt à Ersatz der direkten Sprachkommunikation durch virtuelle schriftliche oder mündliche Kommunikation
  • Werkzeuge zur Erstellung bzw. Bearbeitung von Aufgaben werden auf den Lernplattformen in interaktiven Simulationen zur Verfügung gestellt à anstatt von Printmedien wie z.B. Lehrbüchern und Aufgabenblättern
  • Ergebnisse werden auf den Lernplattformen ausgewertet bzw. die Lernplattformen bieten Hilfestellung zur Bewertung verschiedener Prozesse an à die Bewertung ist an der normalen Universität Aufgabe des Professors
  • Lernende, Kurse, Inhalte, Termine usw. werden von den Lernplattformen verwaltet à dieser administrative Aufwand wird normalerweise durch die Schulungsadministrationen geleistet

So wie Lernprogramme Präsenzseminare ersetzen können, übernehmen Lernplattformen die Funktion des „Schulungsraums“, der Universität oder anderen Ausbildungsstätte. Dort kommt es zum Kontakt der Lernendem untereinander sowie der Lehrenden und es wird Lehrstoff bereitgestellt, der zur Kommunikation zwischen Schülern und Lehrern animiert. Interaktiv können Examina gestellt werden und einzelne Kurse können sich in einem virtuellen Klassenzimmer regelmässig treffen, um fachrelevante Problem anzusprechen. Dort kann sich dann auch eine Lerngemeinschaft herausbilden, die das Lernen auf den Lernplattformen dem universitären Leben annähert.


Was führt aus der Sicht der Lehrer und Trainer zum Erfolg von Lernplattformen
Um als Alternative für Präsenzseminare erfolgversprechend zu sein, müssen Lernplattformen acht Prinzipien erfüllen, die interdependent sind und sich teilweise überschneiden.

Motivation: Auf Lernplattformen spielt die Motivation der Studenten eine noch weitaus grössere Rolle als im normalen Präsenzunterricht, da die Lernenden selbständig lernen sollen. Deshalb ist es wichtig, die Studien- und Lerninhalte anhand der Interessen und realen Bedürfnisse der Lernenden aufzubauen. Des weiteren hilft es massgeblich, wenn Problemstellungen realitätsnah formuliert werden, so dass die praktische Relevanz sichtbar wird.

Verbindlichkeit: Auf Lernplattformen muss eine Atmosphäre des Engagements und der Ernsthaftigkeit geschaffen werden, denn so werden Unklarheiten in Bezug auf Erwartungen hinsichtlich Leistung und Anforderungen vermieden. Verbindlichkeit kann durch eine Kursstruktur mit Abschlusszielen und zeitlichem Rahmen geschaffen werden.

Transparenz: Transparenz und Verbindlichkeit bedingen sich gegenseitig.

Soziales: Die Lernplattform sollte den Aufbau von Lerngruppen und Arbeitsteams begünstigen. Auch dies kann die Lernmotivation stark erhöhen.

Qualität: Klar definierte Pflichten und Rechte eines jeden Teilnehmers wirken sich auch auf die Qualität der auf Lernplattformen abgehaltenen Lehrveranstaltungen aus. Die Pflichten beinhalten die Erbringung einer gewissen Leistung seitens des Lernenden und die qualitativ hochwertige Vermittlung des Lernstoffes durch den Trainer oder Lehrer.

Reflektierte Didaktik bzw. gekonnte methodische Umsetzung: Die auf Lernplattformen angewandte Didaktik und Methodik sollte mit den Lernenden abgestimmt sein und gewisse Grundkompetenzen wie Teamarbeit und eigenständiges Lernen berücksichtigen. Die Lehrenden sollen hierbei eher die Rolle von Moderatoren einnehmen und keinen Frontalunterricht abhalten. Der Einsatz von traditionellen und modernen Lernmedien bietet sich an und inhaltlich können auch Themen jenseits des jeweiligen Fachgebiets angeschnitten werden. Des Weiteren ist die Animierung zum selbständigen und kritischen Denken wichtig.

Selbststeuerung: Auf Lernplattformen sollen die Lernenden an das selbständige Lernen herangeführt werden. Je weiter der Kurs voranschreitet, desto mehr Aufgaben sollten die Kursteilnehmer übernehmen.

 

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