Das flexible Online-Lernportal „Tele-FH“ der Fachhochschule Salzburg

Fünf Jahre Online-Lehre

Die FH Salzburg nutzt im Rahmen ihrer Lehre seit 1998 Online-Komponenten und bietet den Studierenden die Möglichkeit ihr Studium flexibler und ortsunabhängiger zu gestalten. Das Konzept der Fachhochschule verzahnt Blended Learning, Kollaboration der Studenten sowie eigenverantwortliches Selbststudium über eine ausgefeilte Lernplattform und unterstützt die Studierenden durch Trainer und Helpdesk. Für die gut 1100 Studenten der FH Salzburg gehört somit das Online-Lernen inzwischen zum Alltag.

Flexibilität, Effizienz und Eigenverantwortung
Der Wunsch höherer zeitlicher und örtlicher Flexibilität im Hochschulstudium besteht speziell bei berufsbegleitenden Studiengängen, tritt aber heutzutage auch bei Vollstudenten vermehrt auf. Praktika, Praxis- oder Auslandsemester sind für die Studenten verpflichtend, gleichzeitig soll aber die Studiendauer nicht verlängert werden, denn ein zügig absolviertes Studium ist ein wichtiger Faktor für die „Employability“ von Hochschulabsolventen. Die FH Salzburg begann nach Evaluierung einer Lernplattform 1998, erste Online-Komponenten in den Studiengang „Telekommunikationstechnik & -systeme“ zu integrieren. Aus diesen Erfahrungen heraus entwickelte das e-Learning Department zuerst studiengangsbezogen und danach FH-übergreifend ein Konzept, das den langfristigen Erfolg dieser neuen Lehrmethode sichern soll.

„Das Hauptziel der hochschulübergreifenden, prozessorientierten e-Learning Lösung“, so Robert M. Zwischenberger, Leiter des e-Learning Departments der FH, „liegt in der Steigerung der Flexibilität, Effektivität und Transparenz der Lehre. Darüber hinaus soll die Medien- und Technikkompetenz von Studenten und Lehrenden gefördert werden. Ein wichtiger und erwünschter Nebeneffekt liegt in der Steigerung der Eigenverantwortlichkeit und Selbstlernkompetenz der Studenten.“

Lernplattform und Lernportal
Der sichtbare Teil der Online-Lösung, der heute zum Alltag von Lehrenden und Studierenden gehört, ist das internetbasierte Lernportal der FH Salzburg – http://www.tele-fh.at. Über das Lernportal können durch einen zentralen Log-in alle e-Learning bezogenen Dienste genutzt werden. Dazu gehören u.a.die Lerninhalte, der online-Helpdesk, die e-Trainer Ausbildung uvm. Ein Newsticker informiert monatlich über Tele-FH relevante, sowie e-Learning bezogene Neuigkeiten. Zusätzlich gibt es ein Umfrage-Tool, mit dem allgemeine Daten zum Thema e-Learning als sog. e-Learning Radar gesammelt werden. Technisches Herzstück der e-Learning Lösung ist das integrierte Lernermanagementsystem.

Die FH Salzburg nutzt die führende Lernplattform für Hochschulen, „WebCT“ von WebCT Inc. (www.webct.com). Hauptbestandteile dieses Systems sind die Content- und Benutzerverwaltung sowie Kommunikations- sowie Kollaborations-Tools. Zusätzlich bietet diese Plattform ein integriertes Quiz-Tool, einen Web-basierten Kalender, eine Tracking-Funktion für das Bildungscontrolling und zahlreiche weitere Funktionen. Erweitert wurde dies durch Community-Fähigkeit sowie Möglichkeiten zur Online-Kollaboration im „Virtual Classroom“, der von der Firma Interwise bereitgestellt wird. Zusatz-Tools, wie z. B. Evaluierungs-Tools, Web-Mail, digitales Logbuch, Online-Bibliothek und -Stundenplan sowie ein webbasiertes Anwesenheits-Tool sichern die schnelle, flexible und effizente Gestaltung der Lehrgänge und ihre Administration.

Der Content
„Killerapplikation“ nennt Abteilungsleiter Robert M. Zwischenberger die Lerninhalte, den Content. „Bei aller Technik, die wir rund um das eigentliche Lernen nutzen, steht und fällt jede e-Learning Lösung mit dem geeigneten Content.“ Die FH Salzburg nutzt eine Mischung von „Off-The-Shelf“, „Customized“ und „Custom“-Lerninhalten. „Off-The-Shelf“ steht für Standardinhalte, die sozusagen aus dem Regal genommen und unverändert ins Lehrprogramm integriert wurden. Bei den Standardinhalten nutzt die FH Salzburg Online-Lerninhalte (WBTs) von SkillSoft (zuvor Thomson NETg). Die Palette reicht von Microsoft Office-Schulungen über SAP- und Datenbank-Trainingsinhalte bis hin zu „Soft Skills“ – also Kurse zu Business, Management und Verhaltenstraining. Die FH Salzburg kann dabei aus einem Angebot von mehr als 5000 Titeln auswählen und hat derzeit einen Pool an 200 professionellen WBTs in diverse Lehrveranstaltungen gemäß dem Blended Learning Ansatz eingebunden.

„SkillSoft kam für uns deshalb als Partner in Frage, da wir aus einem breiten Spektrum vorhandener Kursinhalte zu diversen Themen auswählen können“, erläutert Robert M. Zwischenberger. „So können wir die WBTs zugeschnitten auf unsere vielfältigen Zielgruppen punktgenau in den konventionellen Hochschulbetrieb einbinden.“ „Customized“ steht für Standard-Content, der an spezifische Bedürfnisse angepasst wird. Auch hier arbeitet die FH Salzburg mit SkillSoft -Kurssoftware. Der modulare Aufbau der Software ermöglicht eine schnelle, einfache Veränderung der e-Learning Kurse, ohne dass aufwändige Neuprogrammierungen erforderlich werden. Mit dem Customizing Tool NLO+ können einzelne Lernobjekte deaktiviert, hinzugefügt oder völlig neu kombiniert werden. So kann die Standardkurssoftware entsprechend den zielgruppenbezogenen Forderungen der Lehrveranstaltungen der einzelnen Studiengänge gestaltet werden. Lediglich in den Bereichen, für die es am Markt keine geeigneten Standard-Lerninhalte gibt, erstellt die FH ihren Content selbst. Dieser „Custom“– Content wird im e-Learning Departement der FH Salzburg, gemeinsam mit den Lehrenden, die als Fachautoren agieren, produziert und in das Lernarrangement der einzelnen Studiengänge eingebunden.

„Training –Helpdesk –Support “
Grundvoraussetzung für erfolgreiches, zielgerichtetes e-Learning sind gut ausgebildete Benutzer und Trainer, sowie eine ausgeprägte Betreuungskomponente durch Spezialisten. Sowohl Lehrende als auch Studierende müssen die neuen Methoden erlernen und dann sinnvoll einsetzen. Dazu werden geeignete Schulungen sowie motivierende Maßnahmen bis hin zu Incentive-Modellen eingesetzt. Kernstück für das erfolgreiche „Funktionieren“ und die Akzeptanz von Online-Lernen ist die professionelle Betreuung. So müssen aus Lehrenden e-Trainer und e-Tutoren werden.

Die FH Salzburg initiierte zu diesem Zweck 1999 eine vierstufige Ausbildung für die Lehrenden, deren Inhalte von Schulungen zum Umgang mit dem Medium Internet im Unterricht über den praxisnahen Einsatz von Lernplattformen bis hin zur Planung und Betreuung von Online-Inhalten reichen. Neben gut ausgebildeten Lehrenden liegt ein weiterer Erfolgsfaktor in der Qualität und Verfügbarkeit des Supports und des Helpdesk, denn akute Probleme müssen sofort gelöst werden, damit die Benutzer die Technik akzeptieren. Eine Evaluierung im Wintersemesters 2002, bei denen 82 % der Lehrenden, die Online-Elemente in ihren Lehrveranstaltungen anwenden, den Helpdesk online und anonym beurteilten, belegt die erfolgreiche Unterstützungsarbeit: 80 % der Befragten beurteilteten diese mit „sehr gut“, weitere 20 % mit gut oder befriedigend.

Die Abteilung –das e-Learning Departement
„Wer eine grundsätzlich neue Lehrmethode mit neuen Inhalten an einer Hochschule implementieren will“, das liegt für Robert Zwischenberger auf der Hand, „muss die entsprechenden Ressourcen dafür bereitstellen. Statt in jedem Fachbereich ein bisschen ‚e’ zu praktizieren, sehe ich eine übergreifende Abteilung als die effizienteste Lösung an. An der FH Salzburg werden alle e-Learning bezogenen Dienste, Funktionen und Komponenten inklusive des Projektmanagements durch das FH-übergreifende „e-Learning Departement“ angeboten. Außerdem warnt er, „dieses Thema an eine reine IT-Abteilung auszulagern, da nicht die Technik sondern die Lehrprozesse im Vordergrund stehen müssen“. „Das Wort Kundenorientierung ist in bezug auf Hochschulen oft negativ belastet“, fasst Robert M. Zwischenberger zusammen. „Für uns steht der Nutzen für den Studenten und den Lehrenden im Zentrum der Betrachtung. Es ist ganz einfach – nur wenn Lehrende und Studenten die Vorteile der eLearning Lösung erkennen und diese nicht als zusätzliche Belastung empfinden, ist ein langfristiger Erfolg möglich.“



„SkillSoft kam für uns deshalb als Partner in Frage, da wir aus einem breiten Spektrum vorhandener Kursinhalte zu diversen Themen auswählen können“, erläutert Robert M. Zwischenberger.
„So können wir die WBTs zugeschnitten auf unsere vielfältigen Zielgruppen punktgenau in den konventionellen Hochschulbetrieb einbinden.“

Robert M. Zwischenberger, Leiter des e-Learning Departments der FH Salzburg

 

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